Linktipps vom 23.09.2012

Und wieder mal habe ich so viele Artikel gesammelt, dass ich sie nur als Linktipps halbwegs unkommentiert posten kann.

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Linktipps vom 22.01.2012

Nach einer längeren Pause kommt hier das erste Posting in 2012, das aus Links zu Artikeln besteht, die ich in den letzten Wochen gesammelt habe. Es ist zwar nichts so alt wie die Nachrichten von gestern, aber vielleicht taugt es, zu dem ein oder anderen Thema in Ruhe mehrere Sichtweisen nachzulesen…

Volkssport Steuern sparen

Ich hatte ja schon immer den Eindruck, dass die Steuersparwut der Deutschen ähnliche Züge hat, wie die Jagd nach Sparschnäppchen. „Sparen Sie 20%!“ und alles stürzt sich drauf. Um das Gefühl zu haben, etwas zu Sparen, geben die Leute mehr Geld aus. Und um Steuern sparen zu können, wird auch jede Menge Energie, Zeit und Geld aufgewendet.

Lustigerweise bin ich heute über einen Artikel gestolpert, der ursprünglich in der Süddeutschen Zeitung vom 15./16. November 2003 erschienen und noch bei der bpb zugänglich ist: „Steuern machen süchtig“ (Kasten mit Quellentext gegen Ende des Artikels).

Dort heißt es z.B.

Die Wähler stehen ihnen in nichts nach. Sie betrachten nicht nur jede bestehende Steuervergünstigung als wohl erworbenes Recht und richten ihr Leben danach ein. Sie gieren danach, Steuern zu sparen, auch wenn sie dafür den größten Quatsch machen müssen. […]
„Hören die Leute ‚Steuern sparen‘, schalten sie den Verstand ab,“ sagte einmal ein Hamburger Steuerberater. Eine Sucht eben.

Oder auch

[…] Subventionen machen hohe Steuersätze notwendig, und durch die wird Steuersparen erst richtig schön – die höchste Stufe der Abhängigkeit. Einfache Bürger legen mit Blick auf das Finanzamt ihr Geld in den gewagtesten Dingen an, in Schiffsbeteiligungen, in Filmfonds und in Immobilien, die sie nie gesehen haben. Firmen entfalten mehr Kreativität in der Steuergestaltung als beim Erfinden neuer Produkte, die Rechnungen der Steuerberater werden immer höher, und deren Kunden beurteilen sie danach, wieviel sie beim Finanzamt herausholen. Wobei es vom Temperament des Einzelnen abhängt, ob er bei seinen Steuerkonstruktionen mit einem Bein im Gefängnis stehen mag. […]

Für mich hat das auch immer einen Hauch davon, dass da eine Maschinerie sich selbst am Laufen hält, die unnötig Kräfte bindet.

Linktipps vom 04.09.2011

  • Ursula von der Leyen wollte „Hartz IV“ umbenennen, weil es zu negativ besetzt sei, und wie Telepolis unter „Mit Neusprech zur Vollbeschäftigung“  meldet, will die INSM das gleiche mit „Niedriglohn“ machen und ihn als „Einstiegslohn“ bezeichnen. Ändern tut sich dadurch natürlich nichts… Und dass “ 24 Prozent würden innerhalb eines Jahres den Aufstieg in eine besser bezahlte Beschäftigung schaffen“ bedeutet doch, dass es eben 76 Prozent nicht schaffen. Und wie Telepolis anmerkt, hilft es in einigen Branchen offenbar überhaupt nicht (“ Dass es mittlerweile zahlreiche Berufsgruppen, beispielsweise im Friseurhandwerk oder in der Altenpflege gibt, die trotz abgeschlossener Ausbildung keine Chance auf einen guten Lohn haben, sieht man weder bei der INSM noch beim IW.“)
  • Am anderen Ende des Einkommensspektrums gibt es ja derzeit eine Diskussion darüber, ob der Spitzensteuersatz nicht doch erhöht werden soll (z.B. fordert die SPD 49% ab 100.000 EUR, Wiedereinführung der Vermögenssteuer und Erhöhungen bei Abgeltung- und Erbschaftssteuer). Solche Forderungen, die Reichen (wieder) stärker heranzuziehen, kommentiert Harald Martenstein in „Das Geld der Reichen reicht nicht ewig“ fast schon so, als wolle man das Geld den Reichen vollständig wegnehmen (“ Aber was tut man, wenn das Geld der Reichen aufgebraucht ist? Neue Reiche dürften ja wohl kaum nachwachsen, in dem total gerechten System des Sozialismus.“).
    Recht ausführlich setzt sich Thorsten Hild unter „Eine Replik auf Harald Martensteins Kolumne „Das Geld der Reichen reicht nicht ewig““ damit auseinander. Lesenswert.
  • Dass Deutschland nicht selbstherrlich auf Griechenland zeigen soll, kommentiert Albrecht Müller auf Panorama.de unter „Willkommen in der Bananenrepublik Deutschland„.

Und wieder die Steuern… [Update]

Im Tagesspiegel wird unter der Überschrift „Das gute Geld der Superreichen“ von 48 sog. Superreichen aus Deutschland berichtet, die gerne mehr Steuern zahlen würden. Einerseits steht im Artikel, dass sich diesem Aufruf jeder anschließen darf, der mehr als 500.000 EUR Vermögen besitzt, andererseits wird 90.000 als Anzahl derjenigen genannt, die mehr als 5 Mio. EUR Vermögen haben. Auf Seite 2 gibt es dann noch ein Beispiel, dass 330.000 Personen betroffen wären, falls 1% Vermögensteuer auf Vermögen größer 1 Mio. angesetzt werden sollten.

Man sieht, die 48 Befürworter stehen leider allein auf weiter Flur, wenn man das mit der Gesamtzahl derjenigen vergleicht, die mitziehen müssten, sollte der Vorstoß wirklich umgesetzt werden. Die NachDenkSeiten kommentieren das dann auch als „Meinung: Lippenbekenntnisse im Sommerloch„. Man könne ja gerne etwas Populäres fordern, wenn man sich sicher sein kann, dass eh nichts daraus wird. Mir würde es schon gefallen, wenn wir herausfinden würden, ob der Vorstoß wirklich ernst gemeint ist…

Aber selbst wenn, man braucht sich ja nur einmal anzugucken, wie aktuell jedes erdenkliche Steuerschlupfloch ausgenutzt wird. Die FAZ meldet z.B. unter „Über Irland Gewinne in Steueroasen schleusen“ aktuell darüber, wie Unternehmen aus 7,9 Mrd. EUR Umsatz einen lächerlichen Gewinn von 45 Mio. EUR errechnen (die Armen müssen mit einer Marge von 0,6% leben…). Mit Moral braucht man da keinem kommen, solange es legal ist, wird’s gemacht. Und selbst bei illegalen Machenschaften besteht immer noch die Chance, nicht erwischt zu werden. Die Frankfurter Rundschau meldet unter „Steuerfahnder-Affäre: Jetzt reden die Fahnder“ Neues zu den 4 im Jahr 2009 zwangspensionierten Steuerfahndern aus Hessen. Über den Fall hatte ich damals schon gelesen und den Kopf geschüttelt darüber, warum man sehr erfolgreiche Steuerfahnder einfach so aus dem Verkehr zieht. „Steuerhinterziehbarkeit“ ist halt auch ein Standortvorteil…

[Update 10.09.2011] In einem Leitartikel schreibt Pitt von Bebenburg unter der Überschrift „Verrückte Gutachten – Der Steuerfahnder-Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags gibt den Blick auf die Abgründe unseres Rechtssystems frei.

Steuern, ein beliebtes Thema

Kein langes  Posting, nur der Hinweis auf zwei lesenswerte Artikel

  • Die TAZ meldet Pläne über ein Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz. Großer Kritikpunkt ist, dass Steuerhinterzieher nach einer Einmalzahlung straffrei und anonym bleiben können.
  • Die NachDenkSeiten kommentieren ein Interview von Hermann Otto Solms mit dem Deutschlandfunk und liefern dabei einiges an Zahlen und Grafiken zu den tatsächlichen Zuständen.