Ärzte ohne Grenzen – Spendenmarathon Teil 1

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Teil 1 meines Spendenmarathons

Letzte Woche in den Nachrichten ging es häufiger darum, dass mehrere Länder ihre Grenzen dicht machen bzw. sehr stark kontrollieren, was zur Folge hat, dass in Griechenland Ankommende nicht mehr weiter reisen können. Und somit steht das Land vor einer weiteren großen Herausforderung, obwohl es durch die Finanzkrise und die Austeritätspolitik eh schon arg gebeutelt ist.

Da war mir klar, dass ich für die Situation vor Ort spenden möchte. Nur: an wen soll man spenden? Da ich ein paar Follower habe, die sich mit Hilfsorganisationen bzw. der Flüchtlings-Thematik auseinander setzen, war es nur logisch, auf Twitter zu fragen

Es gab prompt Antwort, mehrheitlich auch mit mir bis dato unbekannten Organisationen. Der Auswahlprozess war mehr ein Bauchgefühl und ein erster Eindruck aus Twitter-Account und Webpräsenz. Und dabei sind es eben die Ärzte ohne Grenzen geworden. [Update 04.03.2016 17:24] Mehr über deren konkrete Arbeit in Griechenland gibt es unter „Situation der Flüchtlinge in Idomeni ist untragbar„.

Und weil man alleine nicht viel erreicht, wollte ich daraus eine kleine Aktion machen (Details unter Mein kleiner Spendenmarathon (Mitmachen erwünscht)). Ursprünglich sollte das bei Pledgebank passieren, aber leider gibt es die Seite nicht mehr. Alle anderen Seiten zum kollektiven Handeln, die ich gefunden habe, waren klassische Crowdfunding Seiten, wo ich am Ende die Summe ausgezahlt bekommen hätte. Das ist ja nicht Sinn der Sache, daher fiel die Entscheidung, das hier im Blog zu machen.

Relativ schnell bin ich zu dem Entschluss gekommen, nicht nur eine Organisation/ein Projekt zu unterstützen. Aus der Kombination aus Budget und was mir spontan so eingefallen ist, sind es dann fünf zu je 20€ geworden. Und da fand ich es passend, auch jeweils mindestens 20 Unterstützer zu suchen.

Die letzte Überlegung war dann, dass es eigentlich blöd ist, nur eine Zahl voll zu machen. Um andere wirklich zu motivieren, muss auch etwas dabei herum kommen. Daher kam die Idee mit dem Topf, den ich auffülle für jedes Projekt, das 20 Unterstützer knackt. Und die Extra-Portion Motivation besteht darin, dass sich die Absolutzahl der Unterstützer der jeweiligen Projekte auch noch darauf auswirkt, wer am Ende den Topf bekommt. Quasi als Sahnehäubchen sind die 200 Unterstützer gedacht, weil es schön wäre, wenn sich sogar doppelt so viele Leute finden würden wie geplant.

Bisher im Spendenmarathon erschienen:

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Mein kleiner Spendenmarathon (Mitmachen erwünscht)

Wie ich feststellen musste, gibt es von der Pledgebank nur noch das Archiv. Dabei wollte ich dort zu insgesamt fünf Spendenaktionen aufrufen. Und weil das so nicht mehr geht, mache ich das jetzt halt hier im Blog.

Worum geht es?

Ich habe mir ein Budget gesetzt, das ich an fünf Organisationen/Projekte verteilt spenden möchte. Und weil das nicht so wahnsinnig hoch ist, möchte ich andere motivieren, auch etwas Kohle locker zu machen.

Hier also mein Vorschlag:

  1. Ich spende sofort jeweils 20€ an die weiter unten beschriebenen Organisationen/Projekte
  2. Für jedes Projekt, bei dem sich mindestens 20 Personen finden, die auch mindestens 20€ an das Projekt spenden, lege ich 10€ drauf, die in einen Topf kommen
  3. Am Ende der Kampagne spende ich den Topf an die Organisation/das Projekt, bei dem die meisten Leute mitgemacht haben
  4. Wenn am Ende der Kampagne mindestens 200 unterschiedliche Leute mindestens 20€ gespendet haben, unterstütze ich eine sechste Organisation/Projekt mit 20€

Unterstützer mögen bitte hier in den Kommentaren oder auf Twitter (@TheOneBrack) schreiben, welche Organisation/welches Projekt sie unterstützt haben. Ich aktualisiere dann die Tabelle weiter unten.

Die ganze Kampagne soll gute 3 Wochen laufen und endet am Oster-Sonntag, dem 27.03.2016.

Im schlechtesten Fall macht also keiner mit und es bleibt bei den 100€ sofort. Im besten Fall kommen von mir 5×10€ + 20€ dazu, plus natürlich die Summe, die durch meine Unterstützer aufgebracht wird.

Um welche fünf Organisationen/Projekte geht es?

An dieser Stelle gibt es erst einmal nur eine Tabelle mit kurzen Informationen sowie den Link zur entsprechenden Spendenseite. In den nächsten Tagen werde ich jeden Eintrag in einem separaten Posting vorstellen und in der Tabelle verlinken.

Name Stichwort persönliche Notiz Details Unterstützer
Ärzte ohne Grenzen u.a. Flüchtlingshilfe Griechenland Der Aufhänger für meine Aktion

Teil 1

3 / 20

Piratenpartei Partei Landtagswahlen stehen an

Teil 2

– / 20

Save the Children Kinderrechtsorganisation Bildung für Kinder weltweit

Teil 3

– / 20

Mozilla Für ein freies Internet Ich möchte einen Browser haben, der unabhängig von Konzernen ist

Teil 4

1 / 20

Apopo Ratten gegen Landminen / Tuberkulose Mozambik haben sie schon minenfrei bekommen

Teil 5

– / 20

Kampagnenziel

3 / 200

Warum nicht XYZ?

Mir fallen natürlich auch noch andere unterstützenswerte Organisationen / Projekte ein. Aber mein Budget ist endlich. Vielleicht klappt das irgendwann. Oder es findet sich jemand, der eine ähnliche Kampagne startet, nur mit anderen Empfängern. Und wenn der/die ein bisschen wartet, schließe ich mich vielleicht an…

Mir fallen da spontan ein: Arbeiterkind.de, BUND e.V., Free Software Foundation Europe, Wikipedia, …

Warum nichts lokales?

Für Spenden an lokale Organisationen/Projekte zu werben passt m.E. nicht so in das Konzept, möglichst viele Leute für eins „meiner“ Projekte zu begeistern, da ich nun mal nicht so eine große Reichweite habe und um Zweifel lieber bundesweit Unterstützer erreiche. Außerdem finde ich, lokal kann man eher mal eben so was machen, z.B. das lokale Straßenmagazin kaufen, im Supermarkt eine extra Tüte kaufen und bei einer Flüchtlingsunterkunft vorbeibringen, die übriggebliebenen Speisen von einem Brunch mit Freunden, wo eh jeder viel zu viel mitbringt, bei der Tafel/einer Obdachlosenunterkunft abgeben, etc.

Und wer konkrete Tipps möchte, bitte: das Straßenmagazin Hinz & Kunzt, das Teemobil, welches Tee, Obst und Kekse an Flüchtlinge verteilt, oder das Hamburger Spendenparlament.

Updates

[05.03.2016 13:41] Der erste Unterstützer hat sich über Twitter gemeldet! 🙂

[09.03.2016 18:14] Die zweite Unterstützung liefert gleich noch eine Frage, die ich mir bisher nicht gestellt hatte: wie zähle ich gemeinschaftliche Spenden? Und ich denke, ich zähle sie mehrfach. Eventuell gekappt beim Vielfachen des Mindestbeitrags.

[27.03.2016 16:15] Hiermit erkläre ich die Kampagne für beendet. Das Ergebnis findet Ihr hier: Das Ergebnis meines Spendenmarathons

Was soll das eigentlich mit der #Deutschlandrente?

Die Tage habe ich eher zufällig auf Twitter von Plänen zu einer „Deutschlandrente“ gelesen, z.B. hier: „Eine Deutschlandrente für (fast) alle“.

Mir fehlt etwas die Zeit, das jetzt ausführlich zu formulieren, aber mir kommt das sehr widersinnig vor. Kurz zusammenfassen würde ich das mit der Frage, die auch in einem Interview auf Deutschlandradio Kultur gestellt wurde:

Aber wäre es nicht besser, statt so ein weiteres Modell nebenher zu installieren, dass wir mehr für die gesetzliche Rente einzahlen?

[Quelle: http://www.deutschlandradiokultur.de/vorschlag-aus-hessen-die-deutschland-rente-sparen-mit.1008.de.html?dram:article_id=345595%5D

Dem habe ich gerade echt nichts hinzuzufügen. Zumal im Interview auch gesagt wird „dass allein schon ein Aufrechterhalten beziehungsweise auf geringerem Niveau Aufrechterhalten der gesetzlichen Rente dazu führen wird, dass die Rentenbeiträge bis zum Jahr 2060 bei ungefähr 25 Prozent liegen werden. Jetzt sind sie knapp unter 20 Prozent“. Wer riestert, legt doch jetzt schon 4% drauf, um die Maximalförderung zu bekommen, die oft in den Kosten für die Riester-Verträge versickert. Warum ist das in der gesetzlichen Rente ein Problem, bei der Riester-Versicherung nicht? Siehe dazu auch mein alter Beitrag „10 Jahre Riester – kein überzeugender Erfolg“ von 2011.

Auch gegen die Deutschlandrente ist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. – siehe „GDV: Deutschland-Rente ist eine Scheinlösung“ – aber wohl eher, weil da jemand seine Felle wegschwimmen sieht:

Auch Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK), hat nicht viel für die Deutschland-Rente übrig. Im Gespräch mit Das Investment befürchtet er „enorme Verwerfungen im Markt“ durch die Deutschland-Rente.

Darüber hinaus braucht es seiner Ansicht nach „nicht noch einen weiteren Durchführungsweg, um für das Alter vorzusorgen, zumal die bestehenden Angebote von den Bürgerinnen und Bürgern bisher nicht voll ausgeschöpft werden“, so Heinz gegenüber Das Investment weiter.

Mir kommt das alles so vor, als hätte die Politik gemerkt, dass es nicht so toll war, der Versicherungswirtschaft durch Kürzung der gesetzlichen Rente neue Kunden zuzuschanzen. Die bestehenden Angebote sind den Bürgerinnen und Bürgern wohl einfach nicht gut genug – abgesehen davon, dass einige einfach kein Geld locker haben, um Rücklagen zu bilden. Und das Rentenproblem ist entgegen aller Beteuerungen nicht gelöst.

Und um das doch irgendwie noch in einen Erfolg zu drehen, wird jetzt ein halbgarer Kompromiss vorgeschlagen, der m.E. nichts richtig macht. Hauptsache Aktionismus und Hauptsache kein Eingestehen von Fehlern…

tl;dr

Macht doch einfach die Kürzungen der gesetzlichen Rente rückgängig. Oder lasst freiwillige Zahlungen in die gesetzliche Rente zu.

Warum sollen nur die #Olympia Gegner „dumm“, „faul“ und „uniformiert“ sein?

"Wenn fuer einen Parteiposten zwei kandidieren, nennt die deutsche Presse das eine Kampfkandidatur. Tritt nur einer an, ist es eine Wahl." - Volker Pispers

Gestern las ich den Artikel „Klares NEIN zu Olympia – Sieger überrascht, Verlierer entrüstet“ bei den Hamburger Piraten. Insbesondere der Teil mit den Kosten pro Stimme ist bei mir hängen geblieben. In Kurzform: die Pro-Olympia-Kampage habe bei 2,5 Millionen EUR etwa 8 EUR pro Ja-Stimme (insg. 314.648) gekostet, die Gegenkampagne bei angenommenen 20.000 EUR nur 6 Cent pro Nein-Stimme (insg. 335.638). Was schon ein ziemliches Ungleichgewicht darstellt.

Laut Mietenwahnsinn.de waren es sogar 8 Millionen EUR – siehe Tweet unten. Dann wären es ca. 25 EUR pro Ja-Stimme.

Und das brachte mich zu dem Gedanken: wenn so viel Geld für die Pro-Olympia-Werbung ausgegeben wurde – und ich habe an vielen Stellen Plakate mit glücklichen Menschen und einprägsamen Einzeilern sowie Feuer & Flamme Logos an Bussen und Bahnen gesehen – sind es dann nicht vielleicht eher die Befürworter gewesen, die sich nicht informiert haben, sondern von der „Dauerberieselung“ zu ihrer Entscheidung „aus dem Bauch heraus“ gebracht wurden?

Ok, das war jetzt etwas überspitzt dargestellt, aber aus der anderen Richtung kam genau dieser Vorwurf, nämlich vom Hamburger Sportbund-Chefs Jürgen Mantell:

„Alle diejenigen, die dagegen sind, und die Fragen hatten, hätten sich ja informieren können“, sagte Mantell beim Fernsehsender Hamburg1. „Mein Eindruck ist: Sie haben sich nicht informiert. (…) Und dann muss man auch darüber nachdenken, was denn eigentlich das Verhältnis zwischen unserer parlamentarischen Demokratie ist und was Volksentscheide anbelangt.“ Und weiter: „Ich kann das sagen, auch wenn ich hier als Sportbundpräsident bin, aber ich habe früher gekämpft für direkte Demokratie. Ich habe das Gefühl, wir müssen darüber nachdenken, ob nicht der Eindruck entsteht, als ob die direkte Demokratie eine rationalere Entscheidung ermöglicht als der abwägende, transparente Prozess in den Parlamenten. Diese Entscheidung hier war eine, die war nicht rational geprägt, sondern sie war aus dem Bauch geprägt, aus einer Antihaltung gegenüber allem, was der Staat macht, und das macht mich traurig.

[Quelle: http://fairspielen.de/nach-dem-olympia-aus-hamburger-sportchef-beschimpft-waehlerinnen-als-uninformierte-irrationale-bauch-buerger/]

Ich war ganz schön sauer über diese Aussage. Die so ähnlich auch in anderen Kommentaren zum Ergebnis des Referendums vorkam. Meiner Logik entspricht das nicht. Wie ich schon vor drei Tagen in Warum ich gegen #Olympia2024 gestimmt habe schrieb, habe ich selbst überlegt, ob es ok ist, Olympia in Hamburg auszurichten, wenn es mich selbst rein gar nicht interessiert, aber andere etwas davon haben. Und dann kam eben das Informieren, was mich zum Nein gebracht hat. Ich persönlich könnte mir aber gut vorstellen, dass es zu einem Ja viel schneller kommt, so in der Art: „Ach ja, der olympische Gedanke, schön, sollen sie gerne machen“. Aber das ist wahrscheinlich genauso voreilig gedacht, wie von Herrn Mantell, der nach meinem Eindruck das Pispers-Zitat aus dem Bild am Anfang dieses Posts ziemlich gut verkörpert (nur dass es nicht um eine Kanditatur um Parteiposten, sondern um die Wahl zwischen zwei anderen Alternativen geht).

Wie dem auch sei, möglicherweise wäre es besser gewesen, wenn das Hamburger Nein so deutlich gewesen wäre die das Ja in Kiel. Dann müsste man sich vielleicht weniger ärgern wegen des knappen Ergebnisses. Vielleicht ist es aber auch gerade gut, dass Ja und Nein so nah beieinander lagen, denn das bedeutet m.E., dass die Tür nicht vollkommen zu ist. Möglicherweise reichen ja vergleichsweise kleine Änderungen am Olympia-Konzept bzw. den Organisationen des IOC/NOC selbst, und einige Gegner lassen sich umstimmen? Vielleicht durch etwas Stadt-freundlichere Host City Verträge. Was das ist? Schaut doch einfach mal in folgendes Video von ONKeL fISCH:

Warum ich gegen #Olympia2024 gestimmt habe

NOlympia LogoAls es damals hiess, Hamburg würde sich für die olympischen Spiele bewerben, war meine allererste Reaktion „Och nee, nicht noch eine Großveranstaltung“. Die zweite Reaktion „Hm, man kann ja nicht immer dagegen sein, nur weil es einen selbst nicht interessiert“. Geblieben ist es dann bei der dritten Reaktion „Aber so, wie es das IOC durchzieht, ist es einfach nicht ok“.

Vielleicht muss ich dazu sagen, dass ich niemanden im Leistungssport kenne und es persönlich gähnend langweilig finde, anderen Menschen beim Sport zuzugucken. Wer jetzt schon nicht mehr mag, braucht ja nicht weiterlesen…

Jetzt, wo das Ergebnis fest steht, habe ich viele Kommentare gelesen, in denen Begriffe wie „German Angst“, „Kleingeistigkeit“, „generelles Dagegen-Sein“, „Verhinderer“ etc. fallen. Ich persönlich sehe mich da anders. Bei früheren Entscheiden war ich für IKEA in Altona, für Baumaßnahmen beim Buchenhof-Wald auch wenn dafür Bäume gefällt werden mussten und für den Netzerückkauf.

Auch hat die Terror-Gefahr nichts mit meinem Nein zu tun, meine Briefwahlunterlagen waren vor den Anschlägen in Paris abgeschickt. Und ebenso hat die Flüchtlings-Frage nichts mit meinem Nein zu tun, denn ich bin der Meinung, dass man durchaus mehr als eine Herausforderung gleichzeitig stemmen kann. Ich halte auch das Einhalten der „schwarzen Null“ sowie die Schuldenbremse nicht für einen ausschlaggebenden Punkt.

Was war es also dann? Wie ganz am Anfang schon angeklungen ist, habe ich etwas gegen Großveranstaltungen und Leuchtturmprojekte. Ich habs da mehr mit dezentralen/langfristigeren Ansätzen statt solchen Einmal-Aktionen.

Hinzu kommt die Korruption im IOC bzw. deren Gewinngarantie, weil die ausrichtende Stadt die Risiken alleine trägt und die Spiele für das IOC eine reine Cash-Cow sind. Im Finanzreport brauchte ich auch nicht weiterlesen als bis zu dem Satz „Erlöse werden im Wesentlichen aus den Grundstücksverkäufen generiert.“ Sein Tafelsilber zu verscherbeln und zukünftige Handlungsspielräume wegzuschmeißen gefällt mir nicht.

Und ganz ehrlich? In Hamburg ist doch eh schon ständig was los. Als ob wir hier ein unbekanntes Dorf wären, das niemand in der Welt kennt, das nur durch Olympia zu Bekanntheit kommen kann. Ich hab an unterschiedlichen Stellen in der Stadt in direkter Nähe zum St. Pauli Station gewohnt, an den Streckenverläufen von Marathon/Triathlon/Cyclassics, und stecke immer mit Sportfans in überfüllten Bussen & Bahnen. Ich finde, die regelmäßigen Sportveranstaltungen reichen 😉

[Update 19.12.2015]: Eine Sache wollte ich noch erwähnen. Im August 2014 hatte ich in „Seilbahn in Hamburg?“ geschrieben, dass ich die Idee völlig Banane finde. Es war ein anderer Bezirk, daher durfte ich nicht mit abstimmen. Dort hätte ich mit „Nein“ gestimmt, weil ich das als nicht zu Hamburg passend empfinde. Ich will aus der Stadt keinen Vergnügungspark machen, in dem alle Themengebiete vertreten sind, nur damit jeder auch ja etwas wiederfindet, was er von zuhause kennt. In Hamburg fährt man Fähre oder geht durch den alten Elbtunnel.

Mein kleiner Beitrag zum Thema „Flüchtlinge“ #BloggerFuerFluechtlinge

Logo Blogger für FlüchtlingeIch habe lange überlegt, ob ich zu diesem Thema überhaupt etwas bloggen soll. Denn a) hat mein Blog keine sonderlich große Reichweite und b) nach allem, was ich an Kommentaren im Netz so gesehen habe, ist die Atmosphäre so vergiftet, dass ich eh niemanden erreiche oder überzeuge, der nicht eh schon in meiner Filterbubble steckt und ähnlich denkt.

Warum ich nun aber doch schreibe: ich möchte nicht zu der schweigenden Mehrheit gehören, von der man nicht weiß, wie sie tickt. Ich möchte nicht, dass das Feld allein denen überlassen ist, die am lautesten schreien oder Menschen mit abweichender Meinung am krassesten anfeinden.

Aber zunächst muss ich ein bisschen ausholen… Ende letzten Jahres war ich sehr enttäuscht. Die Nachrichten waren gefüllt mit Bildern von Pegida-Demonstrationen, die in Dresden an mehreren Terminen über 10.000 Teilnehmer mobilisieren konnten. Was da an Argumenten kam, fand ich überhaupt nicht nachvollziehbar. Zumindest nicht, dass man deswegen gegen eine „Islamisierung des Abendlandes“ protestieren muss. Neben hanebüchenem Quatsch ging es oft darum, dass es den Leuten nach eigenen Angaben nicht gut ginge und sie nicht viel hätten. Aber dann hätten diese Leute doch mal ihren Arsch hochkriegen sollen, als z.B. für Umfairteilen demonstriert wurde. Ich war da teilweise mit gerade mal 100 anderen auf der Straße und hätte mich über so eine Mobilisierung wie in Dresden echt gefreut. Und ich bin weiterhin davon überzeugt, die meisten der „besorgten Bürger“ wären dort inhaltlich deutlich besser aufgehoben gewesen…

Nun sind wir grob ein halbes Jahr weiter und die Flüchtlinge kriegen den geballten Hass ab. Und wieder die ewig gleiche Leier von „Das Boot ist voll!“, „Wieso haben die eigentlich alle Smartphones?“, „Die wollen doch nur das Willkommensgeld einsacken!“, „Warum kriegen die überhaupt Geld und auch noch so viel. Das kriegt man mit Hartz IV noch lange nicht“ gepaart mit den abstrusesten Gerüchten und vor allem mit völlig übertriebenen, falschen und natürlich unbelegten Zahlen. Ich nutze Facebook ja nur alle Sieben Pfingsten, habe da in einem Thread bei ein paar völlig überkandidelten Kommentaren die Zahlen korrigiert und auf Offensichtliches hingewiesen, aber das hat mir echt schon gereicht. In Facebook-Kommentaren sehe ich nicht, wie man da Land gewinnt.

Selbst wenn dort jemand mit dem echt sachlichen Artikel Flüchtlinge und teure Smartphones: Hetze ohne Fakten versucht, die hochgeschaukelten Falschbehauptungen zu korrigieren, hat das nur zur Folge, dass sich alle auf den Satz stürzen, dass Flüchtlinge ein Taschengeld bekommen. Mein Eindruck ist, dass ein großer Teil der Kommentatoren den Flüchtlingen JEDEN Betrag größer 0€ zum Verrecken nicht gönnt. Ich habe auch das Gefühl, dass sehr viele davon ausgehen, dass es in Syrien, Afghanistan, Mali, Libyen etc. schon immer so ausgesehen hat wie jetzt nach/im (Bürger-)Krieg bzw. dass sie aus der Steinzeit nie herausgekommen sind. Lesen die Leute nur Bild? Reicht der Horizont maximal bis zum nächsten McDonald’s oder zur nächsten Kneipe? Es kann sich sicher auf kaum einer vorstellen, dass z.B. in Afrika Bezahlung per Handy total normal ist, wie schon 2008 bei heise gemeldet wurde: Geld gegen SMS – In Schwellenländern ersetzt das Mobiltelefon die Bank.

Leider Gottes hab ich es deshalb halbwegs aufgegeben, im Netz darüber diskutieren zu wollen. Ich hab mich eher auf – ein ganz klein wenig – Hilfe vor Ort beschränkt und der lokalen Kleiderkammer meine Kartons vom letzten Umzug, die gesammelten Wacken-Beutel und Ohropax der letzten Jahre und ein paar Euros gespendet. Und weil ich kein Auto habe, habe ich sehr von der Hilfsbereitschaft anderer bei Twitter profitiert. Sehr spontan und kurzentschlossen passte ein Transportangebot mit meinem Bedarf an etwas Größerem als einem Carsharing-Smart zusammen. Wie man auch hier lesen kann: Hamburg hat ein großes Herz! #refugeeswelcome.

Im übrigen glaube ich daran, dass sich die Zahl von Flüchtlingen irgendwann noch weiter erhöhen wird, nämlich wenn sich die ganzen Klimaflüchtlinge in Bewegung setzen. Allein dass der Zugang zu sauberem Wasser in vielen Gegenden ein Problem ist, wird wohl dafür sorgen, dass die Leute irgendwann dorthin wollen, wo es Wasser gibt. Den Gedanken hatte ich schon vor vielen Jahren, noch vor meiner Twitter-Zeit, sonst könnte ich den passenden Tweet jetzt wieder rauskramen. Und dann wird wieder denjenigen die Schuld gegeben, die aus reiner Not heraus da hin gehen, wo es besser ist. Und wieder werden diejenigen gegeneinander ausgespielt werden, die wenig bis gar nichts haben (derzeit z.B. „kein Geld für Pflegestreik, die Flüchtlinge sind so teuer“). Dass von dem Schema nicht abgewichen wird, dafür sorgen schon die Medien wie aktuell in diesem Beispiel: ZDF zum neuen Labour-Chef: „Er gilt nicht nur Konservativen als linker Spinner“.

Ein hilfreicher Schritt für die Elektromobilität

Dieser Satz ist etwas mehr als 1,5 Jahre alt und stammt aus dem November 2013

Mein erster Gedanke war: “Mein Gott, dann soll man halt E-Autos kostenlos tanken lassen, wenn’s noch nicht ausreichende Speichermöglichkeiten für den Strom gibt”.

[Quelle: Wegwerfstrom? Ernsthaft?]

Und heute sehe ich bei Twitter folgendes:

Wie die Zeit unter Elektromobilität – Die Stromverschenker berichtet, gibt es bei Aldi-Süd demnächst 50Filialen, wo man bis zu einer Stunde kostenlos sein Elektroauto aufladen kann. Und zwar offensichtlich alle:

Die Ladesäulen auf den Aldi-Parkplätzen bedienen alle gängigen Standards: Typ 2 beim Wechselstrom, CCS und Chademo beim Gleichstrom. Das Angebot ist also diskriminierungsfrei.

[Quelle: http://www.zeit.de/mobilitaet/2015-06/elektroauto-aldi-sued-kostenloser-strom/%5D

Ich hab dann auch gleich mal auf http://filialfinder.aldi-sued.de/Presentation/AldiSued/de-de/ nach Filialen gesucht, die als „E-Tankstelle“ gekennzeichnet sind. Momentan ballt sich das im westlichen Ruhrgebiet bis Köln, sowie um Frankfurt und München herum.

Mir selbst bringt es nichts, ich wohne im Aldi-Nord Gebiet und mache wenn, dann Carsharing statt ein eigenes Auto zu besitzen.