Was soll das eigentlich mit der #Deutschlandrente?

Die Tage habe ich eher zufällig auf Twitter von Plänen zu einer „Deutschlandrente“ gelesen, z.B. hier: „Eine Deutschlandrente für (fast) alle“.

Mir fehlt etwas die Zeit, das jetzt ausführlich zu formulieren, aber mir kommt das sehr widersinnig vor. Kurz zusammenfassen würde ich das mit der Frage, die auch in einem Interview auf Deutschlandradio Kultur gestellt wurde:

Aber wäre es nicht besser, statt so ein weiteres Modell nebenher zu installieren, dass wir mehr für die gesetzliche Rente einzahlen?

[Quelle: http://www.deutschlandradiokultur.de/vorschlag-aus-hessen-die-deutschland-rente-sparen-mit.1008.de.html?dram:article_id=345595%5D

Dem habe ich gerade echt nichts hinzuzufügen. Zumal im Interview auch gesagt wird „dass allein schon ein Aufrechterhalten beziehungsweise auf geringerem Niveau Aufrechterhalten der gesetzlichen Rente dazu führen wird, dass die Rentenbeiträge bis zum Jahr 2060 bei ungefähr 25 Prozent liegen werden. Jetzt sind sie knapp unter 20 Prozent“. Wer riestert, legt doch jetzt schon 4% drauf, um die Maximalförderung zu bekommen, die oft in den Kosten für die Riester-Verträge versickert. Warum ist das in der gesetzlichen Rente ein Problem, bei der Riester-Versicherung nicht? Siehe dazu auch mein alter Beitrag „10 Jahre Riester – kein überzeugender Erfolg“ von 2011.

Auch gegen die Deutschlandrente ist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. – siehe „GDV: Deutschland-Rente ist eine Scheinlösung“ – aber wohl eher, weil da jemand seine Felle wegschwimmen sieht:

Auch Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK), hat nicht viel für die Deutschland-Rente übrig. Im Gespräch mit Das Investment befürchtet er „enorme Verwerfungen im Markt“ durch die Deutschland-Rente.

Darüber hinaus braucht es seiner Ansicht nach „nicht noch einen weiteren Durchführungsweg, um für das Alter vorzusorgen, zumal die bestehenden Angebote von den Bürgerinnen und Bürgern bisher nicht voll ausgeschöpft werden“, so Heinz gegenüber Das Investment weiter.

Mir kommt das alles so vor, als hätte die Politik gemerkt, dass es nicht so toll war, der Versicherungswirtschaft durch Kürzung der gesetzlichen Rente neue Kunden zuzuschanzen. Die bestehenden Angebote sind den Bürgerinnen und Bürgern wohl einfach nicht gut genug – abgesehen davon, dass einige einfach kein Geld locker haben, um Rücklagen zu bilden. Und das Rentenproblem ist entgegen aller Beteuerungen nicht gelöst.

Und um das doch irgendwie noch in einen Erfolg zu drehen, wird jetzt ein halbgarer Kompromiss vorgeschlagen, der m.E. nichts richtig macht. Hauptsache Aktionismus und Hauptsache kein Eingestehen von Fehlern…

tl;dr

Macht doch einfach die Kürzungen der gesetzlichen Rente rückgängig. Oder lasst freiwillige Zahlungen in die gesetzliche Rente zu.