Warum ich gegen #Olympia2024 gestimmt habe

NOlympia LogoAls es damals hiess, Hamburg würde sich für die olympischen Spiele bewerben, war meine allererste Reaktion „Och nee, nicht noch eine Großveranstaltung“. Die zweite Reaktion „Hm, man kann ja nicht immer dagegen sein, nur weil es einen selbst nicht interessiert“. Geblieben ist es dann bei der dritten Reaktion „Aber so, wie es das IOC durchzieht, ist es einfach nicht ok“.

Vielleicht muss ich dazu sagen, dass ich niemanden im Leistungssport kenne und es persönlich gähnend langweilig finde, anderen Menschen beim Sport zuzugucken. Wer jetzt schon nicht mehr mag, braucht ja nicht weiterlesen…

Jetzt, wo das Ergebnis fest steht, habe ich viele Kommentare gelesen, in denen Begriffe wie „German Angst“, „Kleingeistigkeit“, „generelles Dagegen-Sein“, „Verhinderer“ etc. fallen. Ich persönlich sehe mich da anders. Bei früheren Entscheiden war ich für IKEA in Altona, für Baumaßnahmen beim Buchenhof-Wald auch wenn dafür Bäume gefällt werden mussten und für den Netzerückkauf.

Auch hat die Terror-Gefahr nichts mit meinem Nein zu tun, meine Briefwahlunterlagen waren vor den Anschlägen in Paris abgeschickt. Und ebenso hat die Flüchtlings-Frage nichts mit meinem Nein zu tun, denn ich bin der Meinung, dass man durchaus mehr als eine Herausforderung gleichzeitig stemmen kann. Ich halte auch das Einhalten der „schwarzen Null“ sowie die Schuldenbremse nicht für einen ausschlaggebenden Punkt.

Was war es also dann? Wie ganz am Anfang schon angeklungen ist, habe ich etwas gegen Großveranstaltungen und Leuchtturmprojekte. Ich habs da mehr mit dezentralen/langfristigeren Ansätzen statt solchen Einmal-Aktionen.

Hinzu kommt die Korruption im IOC bzw. deren Gewinngarantie, weil die ausrichtende Stadt die Risiken alleine trägt und die Spiele für das IOC eine reine Cash-Cow sind. Im Finanzreport brauchte ich auch nicht weiterlesen als bis zu dem Satz „Erlöse werden im Wesentlichen aus den Grundstücksverkäufen generiert.“ Sein Tafelsilber zu verscherbeln und zukünftige Handlungsspielräume wegzuschmeißen gefällt mir nicht.

Und ganz ehrlich? In Hamburg ist doch eh schon ständig was los. Als ob wir hier ein unbekanntes Dorf wären, das niemand in der Welt kennt, das nur durch Olympia zu Bekanntheit kommen kann. Ich hab an unterschiedlichen Stellen in der Stadt in direkter Nähe zum St. Pauli Station gewohnt, an den Streckenverläufen von Marathon/Triathlon/Cyclassics, und stecke immer mit Sportfans in überfüllten Bussen & Bahnen. Ich finde, die regelmäßigen Sportveranstaltungen reichen 😉

[Update 19.12.2015]: Eine Sache wollte ich noch erwähnen. Im August 2014 hatte ich in „Seilbahn in Hamburg?“ geschrieben, dass ich die Idee völlig Banane finde. Es war ein anderer Bezirk, daher durfte ich nicht mit abstimmen. Dort hätte ich mit „Nein“ gestimmt, weil ich das als nicht zu Hamburg passend empfinde. Ich will aus der Stadt keinen Vergnügungspark machen, in dem alle Themengebiete vertreten sind, nur damit jeder auch ja etwas wiederfindet, was er von zuhause kennt. In Hamburg fährt man Fähre oder geht durch den alten Elbtunnel.