Knapp 15 Jahre nach No Logo

Front Cover von No LogoIm Moment lese ich gerade das Buch „No Logo“ von Naomi Klein in der 10th Anniversary Edition. Im Kern geht es darum, wie multinationale Großfirmen Marken aufbauen und sich aus der eigentlichen Produktion zurückziehen, die dann in die ganze Welt ausgelagert wird mit den bekannten Folgen wie lächerlichen Löhnen, Kinderarbeit, Unterdrückung von Gewerkschaftsarbeit, mieseste Arbeitsbedingungen,  etc.

Anfang 2000 hießen die hervorgehobenen Firmen noch Nike, McDonalds und Shell (plus natürlich noch weitere, die ich jetzt nicht alle aufzählen will). Gegen Ende des Buches kriegt es noch eine etwas positivere Kurve, nachdem sich große Strecken wie eine Beschreibung einer ausweglosen Situation lasen. Es gibt Beispiele von erfolgreichem Protest und Zugeständnissen, zu denen die angeprangerten Unternehmen gezwungen wurde.

Doch eigentlich finde ich, es haben sich nur die Namen und Branchen geändert. In der Zwischenzeit las man viel über die Zustände bei Foxcon in China, Brände in Textilfabriken in Bangladesch, Selbstmorde bei France Telecom oder Peugeot-Citröen in Frankreich oder die Situation von Leiharbeitern bei Amazon in Deutschland. Wie gesagt, mir scheint nicht, dass sich da irgendwas grundsätzlich gebessert hat. Im Gegenteil, die schlechten Arbeitsbedingungen rücken uns sogar noch enger auf die Pelle. Siehe dazu auch das Dossier Freihandel in der aktuellen Ausgabe der Le Monde diplomatique, wo einige Befürchtungen genau in diese Richtung weisen.

Ist die Frage, ob das den Leuten reicht, wie in No Logo beschrieben zu Aktivisten oder einfach nur bewussteren Konsumenten zu werden.

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