Knapp 15 Jahre nach No Logo

Front Cover von No LogoIm Moment lese ich gerade das Buch „No Logo“ von Naomi Klein in der 10th Anniversary Edition. Im Kern geht es darum, wie multinationale Großfirmen Marken aufbauen und sich aus der eigentlichen Produktion zurückziehen, die dann in die ganze Welt ausgelagert wird mit den bekannten Folgen wie lächerlichen Löhnen, Kinderarbeit, Unterdrückung von Gewerkschaftsarbeit, mieseste Arbeitsbedingungen,  etc.

Anfang 2000 hießen die hervorgehobenen Firmen noch Nike, McDonalds und Shell (plus natürlich noch weitere, die ich jetzt nicht alle aufzählen will). Gegen Ende des Buches kriegt es noch eine etwas positivere Kurve, nachdem sich große Strecken wie eine Beschreibung einer ausweglosen Situation lasen. Es gibt Beispiele von erfolgreichem Protest und Zugeständnissen, zu denen die angeprangerten Unternehmen gezwungen wurde.

Doch eigentlich finde ich, es haben sich nur die Namen und Branchen geändert. In der Zwischenzeit las man viel über die Zustände bei Foxcon in China, Brände in Textilfabriken in Bangladesch, Selbstmorde bei France Telecom oder Peugeot-Citröen in Frankreich oder die Situation von Leiharbeitern bei Amazon in Deutschland. Wie gesagt, mir scheint nicht, dass sich da irgendwas grundsätzlich gebessert hat. Im Gegenteil, die schlechten Arbeitsbedingungen rücken uns sogar noch enger auf die Pelle. Siehe dazu auch das Dossier Freihandel in der aktuellen Ausgabe der Le Monde diplomatique, wo einige Befürchtungen genau in diese Richtung weisen.

Ist die Frage, ob das den Leuten reicht, wie in No Logo beschrieben zu Aktivisten oder einfach nur bewussteren Konsumenten zu werden.

Advertisements

Der erste Tag ohne Google-Suche in diesem Jahrtausend

Logo der Suchmaschine DuckDuckGo

Okok, der Titel trifft vielleicht nicht ganz die Wahrheit, aber in der Tat hat mir ein Mit-Diplomand 2000 Google zum Suchen empfohlen, weil es a) bessere Ergebnisse liefere und b) die Seite so praktisch minimalistisch sei. Wenn’s also nur um die Jahreszahl geht, stimmt’s (fast) wieder…

Wie dem auch sei, ich hatte am Freitag, den 13.06.2014, folgenden Artikel in der c’t gelesen: „Gooliath – Wie Google als einflussreichstes High-Tech-Unternehmen das Netz beherrscht“. Folgender Absatz ist mir im Kopf hängen geblieben:

Für seine Benutzer ist die Suchmaschine eine Art Vorkoster. Da sie in der Regel nur die Treffer der ersten zwei, drei Suchergebnisseiten abrufen, entscheidet Googles Ranking, welche Seiten sie zu einem bestimmten Suchbegriff sehen und besuchen. Als meistfrequentierte Site schlechthin dirigiert Google so die weltweiten Surferströme im Netz. Mit anderen Worten kontrolliert der Suchmaschinenbetreiber den Zugang zum Weltwissen im Web: eine unvergleichliche Machtposition.

[Quelle: http://www.heise.de/ct/heft/2014-11-Wie-Google-als-einflussreichstes-High-Tech-Unternehmen-das-Netz-beherrscht-2179468.html ]

Ähnliche Artikel hatte ich natürlich früher schon gelesen und immerhin versuche ich auf meinem Android Fairphone möglichst wenig Google Dienste zu nutzen, aber Suche im Web war auch für mich gleichbedeutend mit googlen. Auch wenn ich hier und da in der Vergangenheit auch mal andere Suchmaschinen angetestet hatte. Zeitweise sogar das dezentrale http://www.yacy.net/.

Das war aber immer nichts. Und auch DuckDuckGo hatte ich mir bereits angeschaut, aber damals nicht allzu überzeugend gefunden. Ich glaube, mir waren das zu dem Zeitpunkt zu wenig deutschsprachige/lokale Treffer und auch das Layout hab ich als einen Hinderungsgrund in Erinnerung.

Weil nun aber DuckDuckGo zuletzt im Laufe der NSA Spähaffäre gerne als gute Alternative angepriesen wurde, wollte ich der Seite einfach nochmal einen Tag lang eine Chance geben:

Und damit alle – live – was davon haben, hatte ich mir vorgenommen, einzelne Aha-Erlebnisse, Lob und Kritikpunkte immer auch gleich zu twittern. Da brauchte ich nur noch einen Hashtag und kam da ziemlich schnell auf #duckduckday (zum jetzigen Zeitpunkt habe ich den mit 14 Tweets exklusiv für mich):

Und tatsächlich gab’s gleich auch ein paar positive Dinge zu vermerken: Suche in Firefox einbinden: easy. Erwartung, dass auch die Adresszeile bei DuckDuckGo sucht: erfüllt. Bei IT-Kram gleich Details von Stack Overflow angezeigt: sehr positiv überrascht.

Einer meiner Hauptkritikpunkte war aber spontan das wenig ansprechende Äußere der Trefferliste:

Trotzdem weitergemacht und nach etwa 9h dann doch gemerkt, dass sich da was machen lässt:

Spätestens da war klar, dass ich jetzt komplett, d.h. im Büro, auf dem Privat-Rechner und dem Smartphone, bei DuckDuckGo bleiben würde.

Eine letzte Hürde – und insbesondere deren Lösung – möchte ich Euch nicht vorenthalten. Auf meinem Privat-Rechner hatte ich Probleme mit den Einstellungen. Die hat die Seite nämlich leider immer wieder vergessen. Laut Hilfe sollte das – wenig überraschend – auf Probleme mit Cookies hinweisen. Aber ich habe die Seite nicht blockiert und auch sonst keine generellen Einstellungen getätigt, welche die Cookies verhindern würden. Letztendlich kann ich nicht sagen, was jetzt genau der Grund war. Gelöst habe ich es dadurch, dass ich manuell die Domain „www.duckduckgo.com“ in den Cookie-Einstellungen erlaubt habe.

Und jetzt ist alles gut 🙂