Beitragssenkung zur gesetzlichen Krankenversicherung

Derzeit überlegt die Regierung, ob der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung um 0,1%-Punkte gesenkt werden soll, weil die Krankenkassen derzeit einen Überschuss von ca. 20 Mrd. Euro erwirtschaftet haben (siehe z.B. Schwarz-Gelb debattiert Beitragssenkung).

Was bedeutet das?

Einerseits: wenn man derzeit 4.237,50 EUR im Monat verdient (die aktuelle Einkommensgrenze, ab der man aus der Versicherungspflicht herausfällt), wird man als Versicherter durch diese Beitragssenkung um 2,12 EUR im Monat entlastet. Unter der Annahme, dass Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Beitrag jeweils zu gleichen Teilen gesenkt werden.

Das ist also die maximale Entlastung. Der weitaus größte Teil der Versicherten verdient aber weniger und dementsprechend fällt für sie auch die Entlastung kleiner aus. Das Wort „Entlastung“ ist da eigentlich ein Witz.

Zweitens: wie schon oben beschrieben gehe ich davon aus, dass der Beitragssatz so gesenkt wird, dass Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Beitrag jeweils um 0,05%-Punkte fallen. Wird es dann bei einer Krankenkasse knapp, muss sie einen Zusatzbeitrag erheben oder einen bereits bestehenden Zusatzbeitrag erhöhen. Demnach riecht diese Senkung für mich in erster Linie nach einer weiteren Absenkung der Obergrenze für den Arbeitgeber-Beitrag.

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