Komische Aussage im Spiegel

Im Artikel zur Titelstory „Geht die Welt bankrott?“ heißt es

Ohne die Schuldenexzesse des vergangenen Jahrzehnts wäre wohl kein Land ernsthaft in Schieflage geraten. Es hat sich gezeigt, dass Schuldenquoten […] von 80, 90 oder mehr als 100 Prozent früher oder später Zweifel an der Kreditwürdigkeit eines Landes aufkommen lassen.

Die ominösen Finanzmärkte sind dabei weder gut noch böse, sie agieren nur vernünftig – und überlassen das ohnehin immer öfter den Algorithmen ihrer Computer, die schneller handeln als jeder Mensch.

(zitiert aus „Welt am Abgrund“, Spiegel 32/2011, S.71)

Kein Wort dazu, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Staatsschulden durch Rettungsmaßnahmen für den Bankensektor erst vor kurzem dazugekommen ist. Und der Satz zu den Märkten soll den Leser wohl glauben machen, dass keiner was dafür kann, dass die Finanzakteure so handeln, wie sie handeln. Als ob nicht Menschen durch Lobbyarbeit darauf hinarbeiten könnten, „dem Markt“ so viel Spielraum zu bieten. Und die Computerprogramme haben sich sicher auch selbst geschrieben…

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