Die Dinge einfach mal nicht kacke finden. Ein Plädoyer.

Und wenn Menschen IRL ständig nur meckern, wenn sie zusammentreffen, kann man auch einfach weggehen und muss sich das nicht reinziehen😉

Seelenworte

Hallo zusammen!

Ich hätte da heute mal ein Anliegen. Es ist etwas was mir schon geraume Zeit unter den Nägeln brennt, aber wo ich zugleich schon seit einer Weile auf den richtigen Stein des Anstoßes warte.
Nun, bis mir gestern aufging, dass diese Steine des Anstoßes mittlerweile so allwaltend geworden sind, dass sie mir gar nicht mehr bewusst ins Auge gefallen sind.
Und dabei habe ich doch ein mir recht wichtiges Anliegen: Können wir, als Gesellschaft, mal wieder aufhören, kollektiv alles erst mal kacke zu finden?

Also klar, die Lage der Welt ist in vielen Teilen nicht gerade rosig, logisch, aber wie ja eigentlich immer hier im Blog geht es mir zunächst einmal vor allem um die popkulturelle Ebene.
Und von der aus gesehen muss ich sagen: Ich bin müde.

Ich bin nicht müde von beständigen Remakes, oder davon, dass Videospiele früher besser waren, oder dass diese oder jene Serie…

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Die aktuelle Rhetorik gefällt mir überhaupt nicht

Es ist schon ein bisschen her, dass ich im Netz dieses Bild gesehen habe:

 

[Quelle: The Sun]

Ich konnte mir nicht helfen, ich musste augenblicklich an so etwas hier denken:

[Quelle: Learn NC]

Wohlgemerkt: im ersten Bild geht es aktuell um den möglichen Austritt eines Landes aus der EU. Beim zweiten um Kriegspropaganda aus dem ersten Weltkrieg. Ich finde es erschreckend, wie ähnlich die Wortwahl ist (die Illustration des 2. Bildes mal beiseite gestellt). Oder geht nur mir das so?

Wahrscheinlich nicht, denn zu einer ähnlichen Zeit erschien der folgende Artikel in der deutschen Ausgabe des Le Monde Diplomatique: „Beethoven der Hunne – Propaganda gegen Deutschamerikaner während des Ersten Weltkriegs„. Der Anfang des Artikels spielt mit Sätzen, die man auch auf die aktuelle Situation in Europa mit Anschlägen und Hintermännern in Frankreich bzw. Belgien beziehen könnte:

Das Land der Freiheit erklärt der Barbarei den Krieg. Einer fernen Macht, die Frankreich und Belgien angreift, die Zivilisation verachtet, Kinder tötet, Mädchen vergewaltigt. Mit Unterstützung der Bevölkerung verkünden die Regierenden ihren Willen, den Feind zu vernichten. Man zeigt Flagge. Während die Soldaten in den Kampf ziehen, bleibt auch die Zivilbevölkerung daheim nicht untätig. Hat sich der Feind nicht auch hier versteckt, hier unter uns? Die scheinbar rechtschaffenen Einwanderer, sind sie nicht eine heimliche Armee von Spionen und Verrätern?

Ich finde den gesamten Artikel sehr lesenswert und möchte nicht alles im Detail wiederholen. Nur die Sache mit Rhetorik in Form von Begriffsänderungen. Laut Artikel wurde damals zu Zeiten des 1. Weltkriegs z.B. „sauerkraut“ in „liberty cabbage“ umbenannt. Klingelt da bei jemandem was? Richtig, 2003 wurden aus „french fries“ die „freedom fries„, weil Frankreich gegen den Einmarsch im Irak war. Ich kann mich noch gut daran erinnern.

Und wieder nicht lange danach – bezogen auf den LMD Artikel – gab es eine weitere Sache, bei der ich die Rhetorik als zu scharf empfinde: die Reaktionen auf die Bundestagsresolution zum Völkermord an den Armeniern durch das Osmanische Reich. Türkischstämmige Abgeordnete sollten sich eines Bluttests unterziehen und seien die Verlängerung einer türkischen Terrororganisation in Deutschland: „Erdogan für Blutprobe bei türkischstämmigen Bundestagsabgeordneten„. Mit der Folge, dass in den Radio-Nachrichten heute morgen gemeldet wurde, aufgrund der Drohungen sei es für sie derzeit nicht ratsam, in die Türkei zu reisen, siehe z.B.: „Armenien-Resolution: Auswärtiges Amt rät Abgeordneten von Türkei-Reisen ab„.

Ich habe selbst keine Angst vor islamistischem Terror, aber ich habe die Befürchtung, wir kriegen eine Spaltung Europas und heftige Konflikte auch ohne ihn hin. Ich habe ein mulmiges Gefühl, sollte es demnächst wieder passieren, dass Begriffe ersetzt werden wie vor ca. 100 Jahren mit dem „liberty cabbage“ oder vor 13 Jahren mit den „liberty fries“…

Das Ergebnis meines Spendenmarathons

Prozentuale Erreichung meines Kampagnenziels pro Projekt bzw. insgesamt

Die gute Nachricht vorweg: es haben sich mir tatsächlich Spender angeschlossen. Danke dafür!

Die schlechte Nachricht: ich hatte mir Anfang des Monats in Mein kleiner Spendenmarathon (Mitmachen erwünscht) aus dem Bauch heraus zu hohe Ziele gesetzt: damit ich noch was drauflege, hätten sich 20 weitere Spender für eins oder auch alle fünf Projekte/Organisationen finden müssen. Für den Bonustopf am Ende sogar in Summe 200 Spender.

Letztlich sind es nur drei Personen geworden und es haben auch leider nur zwei Organisationen über meine Spende hinaus noch etwas bekommen: Ärzte ohne Grenzen und die Mozilla Foundation. Aber immerhin! Ich freue mich, dass ich nicht alleine geblieben bin. Und nochmal vielen Dank an

Sollte ich so eine Aktion – vielleicht im nächsten Jahr – wiederholen, dann würde ich es wohl etwas kleiner aufziehen. Vielleicht so: das Projekt mit den meisten Unterstützern kriegt noch was drauf und ein weiteres Projekt bekommt von mir eine Spende, wenn sich 10 andere beteiligen. Ich habe ja noch Zeit zum überlegen…

Und sonst?

Wer das jetzt alles zu spät gelesen hat und gerne mitgemacht hätte: wirklich zu spät ist es nicht, man kann den fünf Projekten/Organisationen auch gerne weiter spenden.

Wer lieber was anderes unterstützen will, für den hätte ich vielleicht noch zwei aktuelle Crowdfunding-Tipps, die kurz vor ihrem Zieltermin sind.

Perspektive Daily

Hier soll ein Nachrichten-Portal zum konstruktiven Journalismus entstehen. Die Kampagne läuft morgen am Ostermontag aus. Es fehlen noch etwas weniger als 300 Unterstützer, die für 42€ ein Jahr lang täglich einen Artikel lesen wollen, nach eigenen Angaben „verständlich, zukunftsorientiert, werbefrei!“

Hierzu ein Video:

Und noch ein Interview mit einer der Gründerinnen: Perspective Daily | FOLKDAYS.

P.S.: ich find’s gut und mache mit

Sanktionsfrei

Hier soll nach eigenen Angaben eine kostenlose Online-Plattform, die Hartz-IV-Sanktionen endgültig abschafft, entstehen. Die Kampagne läuft noch vier Tage bis zum Monatsende. Die Fundingschwelle von 75.000€ wurde zwar gestern schon erreicht, aber bis zum Fundingziel von 150.000€ ist noch Luft.

Auch hier gibt es natürlich ein erklärendes Video:

Apopo HeroRats – Spendenmarathon Teil 5

Logo Apopo HeroRats

Teil 5 meines Spendenmarathons

Der fünfte und letzte Teil meines Spendenmarathons ist so ein bisschen der Exot unter den Organisationen/Projekten. Und irgendwie auch der coolste…

Bei den Apopo HeroRats geht es darum, Riesenhamsterratten zu Lebensrettern auszubilden. Die trainierten Tiere werden entweder dazu eingesetzt, Landminen zu erschnüffeln, so dass diese dann entschärft oder kontrolliert gesprengt werden können. Oder aber sie erschnüffeln Tuberkulose, lange bevor die Krankheit anderweitig erkannt werden kann.

Aufmerksam geworden bin ich auf Apopo vor einigen Jahren im Fernsehen. Damals ging es noch rein um die Räumung von Landminen. Das fand ich damals schon total super. Zu der Zeit hatte ich selbst noch Farbratten als Haustiere. Ich habe das immer mal wieder verfolgt und dann auch die Homepage und den Twitter-Account (https://twitter.com/HeroRATs) gefunden.

Ausschlaggebend, die Organisation zu unterstützen, war dieser Tweet

Die Leistung fand ich unheimlich beeindruckend! Und als ich dann auf der Homepage sah, dass man nicht nur einfach spenden, sondern auch eine virtuelle HeroRat adoptieren kann, habe ich genau das getan. Und so wurde am 17.09.2015 Ömmes „geboren“:-) Und so ähnlich sieht er mal aus:

Bild einer Riesenhamsterratte beim Minenerschnüffeln

Bei den virtuellen Adoptionen spendet man einen jährlichen Betrag, bekommt ein PDF Zertifikat und regelmäßig einen Newsletter, der einem am Leben und Training der eigenen HeroRat teilhaben lässt. Und irgendwann kann man sich entscheiden, ob der kleine Racker Minen oder Tuberkulose erschnüffeln lernen soll. Ich habe mich für das Minenräumen entschlossen, denn mir erscheint es wichtiger, dass sich Menschen in den betroffenen Gebieten wieder gefahrlos bewegen und das Land bestellen können.

Und um nochmal darauf zurückzukommen, dass ich das hier für das coolste Projekt halte: ich habe mir sogar ein Shirt im Apopo Store bei Fabrily bestellt:

Ich im Apopo T-Shirt

Go… where others fear to tread

Ich fände es also mehr als super, wenn sich auch genügend Leute finden, die ebenfalls 20€ spenden. Für die HeroRats würde ich unheimlich gerne noch was drauflegen.

Bisher im Spendenmarathon erschienen:

Mozilla Foundation – Spendenmarathon Teil 4

Logo Mozilla Foundation

Teil 4 meines Spendenmarathons

Der vierte Teil meiner Kampagne handelt von einem offenen Internet. Die Mozilla Foundation hat sich folgendes auf ihre Fahnen geschrieben:

Unsere Mission besteht darin, dafür zu sorgen, dass das Internet eine weltweite öffentliche und für alle zugängliche Ressource ist. Ein Internet, für das Menschen zuerst kommen, wo der Einzelne sein eigenes Erlebnis gestalten kann und Einfluss, Sicherheit und Unabhängigkeit besitzt.

In erster Linie dürfte Mozilla heutzutage bekannt sein als die Organisation hinter dem Firefox Browser. Den nutze ich privat und beruflich am PC sowie auf meinem Smartphone. Und das quasi von Anfang an: Mitte der 90er zum ersten Mal an der Uni online, surfte ich zunächst mit dem Mosaic Browser und der 4er Version vom Netscape Navigator, aus dessen veröffentlichtem Quelltext der Mozilla Browser hervorgegangen ist. Der wurde irgendwann zu schwergewichtig und eine leichtere Alternative wurde 2002 geboren: Phoenix, der kurzzeitig Firebird hieß und seit 2004 (Version 0.8) als Firefox bekannt ist. Zwischenzeitlich bin ich kurz mit Google Chrome fremdgegangen, doch irgendwann wieder zurückgekehrt, weil ich es wichtig finde, dass es eine ernstzunehmende Browser-Konkurrenz zu Google, Apple und Microsoft gibt. Damit Nutzerinteressen nicht immer hinter Konzerninteressen hinten anstehen müssen. So etwas wie der „Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ konnte z.B. nur von Mozilla kommen, nicht von den drei genannten Firmen.

Vielleicht ist das ja auch anderen was wert und es kommen 20 Spender zusammen, die der Mozilla Foundation mindestens 20€ zukommen lassen, so dass ich dann gerne noch einen Zehner drauflege.

Bisher im Spendenmarathon erschienen:

Save the Children – Spendenmarathon Teil 3

Logo Save the Children

Teil 3 meines Spendenmarathons

Heute geht es um die Kinderrechtsorganisation Save the Children. Konkret bedeutet „Kinderrechtsorganisation“, dass sich die Organisation auf folgenden Gebieten betätigt: Hunger und Mangelernährung, Kinderrechte, Not- und Katastrophenhilfe, Gesundheit, Bildung und Schutz vor Ausbeutung.

Die Organisation kenne ich schon länger und habe auch früher regelmäßig an sie gespendet, hauptsächlich um mitzuhelfen, dass Kinder an allen Orten der Welt zur Schule gehen können und nicht bis zum Umfallen schuften oder gar in Kriegen kämpfen müssen.

Natürlich engagiert sich Save the Children auch in Syrien und hat damit einen ziemlich direkten Zusammenhang mit dem Aufhänger meiner Aktion.

Bild eines zerstörtes Klassenzimmers vor dem Londoner Parlament

Vor dem Bürgerkrieg lag die Einschulungsrate in Syrien bei etwa 100%. In manchen Teilen des Landes ist diese Zahl mittlerweile auf 6% gesunken. Jede vierte Schule des Landes wurde beschädigt, zerstört oder besetzt.

[Quelle: http://www.savethechildren.de/aktuelles/meldungen/aktuelle-meldungen/datum/2016/02/04/-2c53324d84/%5D

Auch hier würde ich mich freuen, wenn sind mindestens 20 weitere Unterstützer finden, die 20€ oder mehr spenden und mir hier in den Kommentaren oder auf Twitter einen Hinweis hinterlassen.

Bisher im Spendenmarathon erschienen:

Piratenpartei – Spendenmarathon Teil 2

Logo Piratenpartei Deutschland

Teil 2 meines Spendenmarathons

So ein Spendenmarathon ohne die Piratenpartei wäre undenkbar. Ich bin (passives) Mitglied, es stehen Landtagswahlen an und es war ja – leider – schon immer so, dass die Eigenmittel nicht hoch genug sind, um die volle Summe aus der Parteienfinanzierung zu erhalten, die möglich gewesen wäre.

Gerade letztes mag der ein oder andere zuletzt in der Presse mitbekommen haben, dass eine Rückforderung ins Haus stand. Mehr dazu unter Rückerstattung Parteienfinanzierung – Alles „Grün“ bei den „Orangen“.

Nun ja, und um dem ein bisschen entgegen zu wirken, möchte ich die Piratenpartei jetzt finanziell unterstützen und würde mich freuen, wenn sich noch mehr Leute finden.

In einem Punkt ist dieser Teil etwas anders als die anderen Teile meines Spendenmarathons: für die 20 Unterstützer, die zusammenkommen müssen, damit ich noch was drauflege, lasse ich Mehrfachspenden zu. D.h. wenn jemand mehreren Landesverbänden und/oder der Bundespartei jeweils 20€ spendet, zähle ich jede einzelne Spende. Aber natürlich nicht 2×20€ für dieselbe Gliederung😉

Die Idee von Pledges kenne ich übrigens aus früheren Piratenwahlkämpfen: „Geld ist egal“: Unfallopfer Frank Schultz überweist Piratenpartei größte Spende jemals. D.h. dem ist es im Prinzip überhaupt zu verdanken, dass ich jetzt diesen Spendenmarathon durchführe.

Bisher im Spendenmarathon erschienen:

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